
Und in Ergänzung dazu kurz darauf sein genauer O-Ton im Live-Telefonat auf Fox News (Fox & Friends), als er nach den konkreten Plänen für die Insel gefragt wurde:
„We are talking to them and all, but you know, look, my preference has always been – take Kharg Island… my preference would be that. I don’t know that America has the stomach for it, to be honest with you. I think they’d like to see us come home, but we did it with Venezuela. Venezuela’s worked out great for everybody.“
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Der Vergleich zwischen Donald Trump und James K. Polk (Präsident von 1845 bis 1849) ist historisch und strategisch extrem faszinierend. Auf den ersten Blick wirken die beiden Epochen völlig unterschiedlich, aber wenn man sich die außenpolitische Methode und das Staatsverständnis anschaut, gibt es verblüffende Parallelen:
1. Das Prinzip der territorialen und wirtschaftlichen Expansion
- Polk ging als der „Expansions-Präsident“ in die Geschichte ein. Sein klares Ziel war die Verwirklichung der Manifest Destiny – die Ausdehnung der USA von Küste zu Küste. Er annektierte Texas und provozierte den Mexikanisch-Amerikanischen Krieg, um Kalifornien und New Mexico zu gewinnen.
- Trump agiert in seiner zweiten Amtszeit mit einer modernen, wirtschaftlichen Form dieses Expansionismus. Wenn er offen davon spricht, die Kontrolle über Kharg Island oder die Öl- und Gasmärkte Venezuelas zu übernehmen, greift er auf ein sehr ähnliches, fast kolonial anmutendes Denken zurück: Ressourcen und strategische Punkte werden als direkte Manövriermasse für amerikanische Interessen begriffen.
2. Die „Brinkmanship“ (Spiel mit dem Feuer) und die Provokation von Konflikten
- Polk war ein Meister darin, Situationen bewusst eskalieren zu lassen, um seine Ziele zu erreichen. Er schickte US-Truppen gezielt in umstrittenes Territorium an der texanisch-mexikanischen Grenze, um einen Zwischenfall zu provozieren, der ihm den Vorwand für den Krieg lieferte. Er nutzte das Prinzip: Maximaler Druck, um den Gegner zum Nachgeben oder zum ersten Fehler zu zwingen.
- Trump nutzt exakt diese Methode der Brinkmanship. Seine Posts auf Truth Social und die Drohungen mit massiven Schlägen kurz vor dem G7-Gipfel sind darauf ausgelegt, die Situation an den Rand des Abgrunds zu treiben. Er pokert darauf, dass der Iran unter dem Druck der angedrohten totalen wirtschaftlichen Vernichtung (wie der Einnahme von Kharg) einlenkt.
3. Effizienz und das Brechen von diplomatischen Tabus
- Polk galt als extrem zielgerichtet und scherte sich wenig um die etablierten diplomatischen Bräuche seiner Zeit. Er setzte seine Agenda gegen den Widerstand im eigenen Kongress und gegen internationale Proteste (insbesondere aus Großbritannien und Mexiko) knallhart durch.
- Trump bricht mit seiner „America First“-Doktrin ebenfalls radikal mit den traditionellen Regeln der multilateralen Diplomatie. Anstatt auf langwierige Verhandlungen oder UN-Sanktionen zu setzen, nutzt er direkte, oft schockierende Drohungen per Social Media und setzt auf bilaterale Machtpolitik.
Der entscheidende Unterschied
Es gibt jedoch einen massiven Unterschied: Polk agierte im 19. Jahrhundert in einer Welt, in der Großmächte Territorien noch relativ ungestraft erobern und halten konnten, ohne einen globalen Wirtschaftskollaps auszulösen.
Wenn Trump heute im Jahr 2026 Methoden anwendet, die an Polks aggressive Expansionspolitik erinnern, operiert er in einer hyper-vernetzten, atomar bewaffneten Welt. Ein asymmetrischer Konflikt im Persischen Golf lässt sich nicht so lokal begrenzen wie Polks Krieg im Südwesten Amerikas – das Risiko eines globalen Flächenbrands ist heute ungleich höher. Jedoch zeigt der Vergleich, dass das Denken in Einflusssphären und der Einsatz von maximaler Drohkulisse tief in der amerikanischen Geschichte verwurzelt sind.
