So. Apr 21st, 2024

Das arabische Medium Al Mayadeen teilt mit:
https://english.almayadeen.net/news/politics/algeria-rejects-military-intervention-in-niger-says-presiden

Algeria rejects military intervention in Niger, says President
Algerian President Abdelmadjid Tebboune underlines that the crisis in Niger needs rationality rather than power.

“Algeria will not intervene militarily, nor will it use force with its neighbors who will remain brothers and sisters. It is with constitutional legitimacy and against the use of force,” he added, stressing his country’s readiness to confront any threats at its border.
“Niger must not slip into chaos,” the head of state added. “Algeria rejects any intervention in any war, and it rejects blood spillage in any brotherly or friendly nation.”

The ongoing crisis in Niger poses a direct threat to Algeria, Algerian President Abdelmadjid Tebboune said Saturday, stressing Algiers’ absolute rejection of any military intervention in Niamey.
The situation in Niger is to be solved through rational means rather than through power, and Algeria is prepared to intervene and help with reconciliation efforts in the neighboring state, the Algerian President underlined.
“Where are all the countries that had military interventions?” Tebboune asked before answering his own question and saying they all still had numerous problems and crises.

Algeria officially submitted an application to join the BRICS organization and presented a request to become a shareholder in the group’s bank with an initial $1.5 billion buy-in, Ennahar TV reported in late July.

Algerien wird militärisch nicht aktiv werden, ABER, als Hilfs- Land für die Bruder- Völker im Süden jederzeit bereit stehen (also Lieferungen an die 3 Länder auf jeden Fall durchlassen, ebenso wie Guinea.

Aktuell ist allgemeines Aufatmen, weil Algerien nicht in die Kämpfe eingreifen wird.
Bezogen auf das, was hier an der Niger- Front zu erwarten ist, wäre Algerien, für den Westen, die angenehmere Alternative gewesen.
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Von Militär- Intervention und Uran- Versorgungs- Sicherheit

Die Interventions- Truppen werden relativ schnell die Uran- Gebiete erreichen und erobern (das ist das Primär- Ziel) – und sicherstellen (wichtigst) dass die Uran- Versorgung Frankreichs weiterläuft.
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Dieser Uran-Export durch die Interventions- Truppen wird so lange weiterlaufen (also so lange der Krieg dauert – also länger), bis die Interventionsarmee geschlagen ist.

Na dann ist ja alles in Ordnung, werden nun manche aufatmen. Nein, ist es nicht. Die Transporte werden schwierig, denn sie werden durch Luftangriffe gestört.
Aber, mag man einwenden, Nigeria hat doch die Luft- Hoheit in Niger, wenn schon nicht mit eigenen Flugzeugen, dann mit den Luftwaffen von Frankreich und UK.

Von Luft-Hoheit, Luft- Abwehr und der Relativität des Moments

Das mit der Lufthoheit ist natürlich wichtig. Fragt sich nur, wer sie hat – sic!
Es dauert nur ein paar Flugstunden, bis ein paar S400-Batterien aus Russland (E-wie Export-Version) in Niger aktiv werden können, bedient von regulärer russischer Armee (nicht Wagner).
Y
Als Rahmen- Schutz kann man noch ein paar alte S300- Batterien, die in Russland nicht mehr gebraucht werden, in die Gegend stellen. Ein paar S300 oder viele. Jedenfalls war die S300 für die West- Flugzeuge schon kaum überwindlich – also ist die S300 ähnlich schlimm wie die S400. Dazu kommt, dass S300- Batterien mit S400- Teilen modifiziert wurden, also nahe an die S400- Leistungsdaten herankommen.
Y
Ein Hilfeersuchen aus Niger, würde den dafür notwendigen völkerrechtlichen Rahmen sicherstellen – wie es 2015 Assad für Syrien tat.

Nord-Niger betrifft auch die Flugroute von Libyen nach Niger, die Russland offen sehen will. Wer hier blockiert oder stört – gegen den Willen der aktuellen Niger- Revolutions- Regierung – hat schlechte Karten.

Aber Franzosen und Briten könnten doch die russischen Flugzeuge abschießen – oder?
Wenn ein Frankreich- Kampfflugzeug ein russisches Transportflugzeug abschießt, dann hat Frankreich ein Problem – und zwar kein kleines.
In der Ukraine tat man alles, um nur ja nicht direkt mit Russland in den Kampf eintreten zu müssen. Aus gutem Grund – sic!
Russlands Reaktion darauf wäre, naja, sagen wir mal so, sub-optimal für Franzosen und Briten.

In Syrien gibt es eine klar Luft- Regelung, die die USA einzuhalten haben, um nicht mit den Russen in Probleme zu geraten. Man kann die Zettelchen aus Syrien ja kopieren, und für Niger dann auch verwenden.

Su35 werden es kaum bis Niger schaffen, MiG 35 schon (und die genügen für FRA-Rafale bzw. UK-Eurofighter – am angenehmsten wären F35, die können gar nichts, sind fliegender Schrott). Dazu ein paar alte Su24, vielleicht auch Su25, und schon ist alles OK. Wagner (die stellen die Piloten) ist dann glücklich, und die Nigeria-Armee und der Westen haben ein Problem.

Die Trennung – was macht Wagner, was macht Russland selbst – ist wohl rein für Militärs unverständlich, betrachtet man aber das Kriegsvölkerrecht, ist klar, was bezweckt wird und wurde.
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Von Niamey (und Ougadougou)- Belagerung, und der Abnützung

Die Niger- Hauptstadt Niamey wird von einem wohl 300 km langen Verteidigungsgürtel umgeben sein, Niger- Truppen, durchsetzt mit Wagner- Einheiten, der von den Interventions- Truppen nicht geknackt werden kann.
Sollte die Burkina- Faso- Hauptstadt Ougadougou auch noch Angriffs- Punkt der Interventions- Truppen werden, so wird sich der Verteidigungsgürtel auf wohl rund 900 km erweitern (=ungefähr das, was die Ukraine auch hat).

Wie lange wird die Belagerung dauern?
In Nigeria geht das Gerücht, die Nigeria- Armee bräuchte maximal 13 Stunden um Niger zu erobern. Das ist ambitionierter, als jene 3-6 Wochen die West- Analystinnen für den lpolitisch-wirtschaftlich-militärischen Zusammenbruch Russlands in 2022 vorausgesagt hatten.
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Die Belagerung von Stalingrad dauerte 5 Monate, 1 Woche und 3 Tage. Und das sollte man einfach mal als Wert nehmen – und verdoppeln.

Das wird ein maximaler Abnützungs- Krieg wie in der Ukraine. Frankreich und UK sollten sich schon mal auf einen längeren Versorgungs- Zeitraum (Versorgung mit Nachschub für die Interventions- Truppen) einstellen.

Was auch kommen wird ist die Tatsache, dass Frankreich und UK ihre Armee einsetzen werden müssen, um eine Niederlage der Nigeria-Armee zu verhindern. Was sie in der Ukraine strengst vermieden, nämlich selbst zu kämpfen (kämpfen sollen die Ukrainer), werden sie in Niger machen müssen.

Ziel ist es, von Seiten der Verteidiger, den Zusammenbruch der Nigeria- Armee zu erreichen, und damit die stärkste Militär- Kraft des Westens, und das ist die Nigeria-Armee, in der Region, auszuschalten.

Was hier sichtbar werden wird, ist der erste große Krieg in Afrika seit dem 2. Weltkrieg. Es wird kein Bewegungs- Krieg im großen Stil, wie bei Rommel gegen Montgomery, das wird die Luftwaffe nicht verhindern aber unmöglich machen, aber es wird ein Krieg, der in seiner Entfaltung und Ausprägung, dem alten Vorbild entsprechen wird.
Y
Die Strategen in Russland (Zentraler Militärbezirk ist zuständig) und Brüssel (NATO) sowie London und Paris, werden die Figuren ziehen (das Nigeria- Armee- Kommando in Lagos ist ohne Bedeutung).

Europa glaubt – wie 2022 bei Russland auch – in Afrika einen schnellen Sieg umsetzen zu können. Das ist nicht der Fall. Der Krieg ist auf einen langfristigen Abnutzungskrieg angelegt.

Von Pan- Afrikanismus und ideologischer Positionierung

Der Krieg wird nicht nur eine Auseinandersetzung, sondern ein Signal für Afrika und die Welt. Das Trio hat schon dargestellt, dass es für den Pan- Afrikanismus stehen würde. Es geht also nicht nur um die drei Länder, sondern um eine afrikanische Idee.
Die drei Länder positionieren sich als Verteidiger Afrikas, gegen Kolonial- Invasoren. So kommunizieren sie das, und so versteht es Afrika auch (auch wenn die führenden Afrika- Politiker-innen nichts verstehen dürfen, und stumm bleiben müssen).

Dass sich hier ausgerechnet die beiden wichtigsten Kolonialmächte Afrikas, also UK und Frankreich, diesem Endkampf stellen müssen (NIGERIA ist Handlanger – Nigerianer dürfen sterben, wie die Ukrainer auch – sind aber de facto sekundär, wie die Ukrainer auch).

Was Franzosen und Briten heute noch nicht realisieren ist die Tatsache, dass sie jene Ziel- Länder sind, und zwar zum militärischen Kampf, auf die der Putsch abgestimmt war (die Mehrzahl von Putsch ist Putsche).
Wenn Franzosen und Briten den Kampf verweigern, und Nigeria einfach als Kanonenfutter verwenden (wie sie auch die Ukraine verwenden), dann sind sie in Afrika unten durch.

Aktuell ist im Westen allgemeines Aufatmen, weil Algerien nicht in die Kämpfe eingreifen wird.
Bezogen auf das, was hier an der Niger- Front zu erwarten ist, wäre Algerien, für den Westen, die angenehmere Alternative gewesen.

Die afrikanischen Länder haben das zwischenezeitlich begriffen. Das Schweigen vieler Staats- Kanzleien zur Niger- Sachlage zeigt, dass man sich nicht exponieren will, sondern lieber abwartet, was denn am Ende sich als Ergebnis darstellt.

Nach 500 Jahren West- Kolonial- Herrschaft in Afrika, sind wir nun beim “Final Countdown” – in Afrika.

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