Di. Apr 16th, 2024

Im großen und ganzen ist das Projekt eigentlich nur eine Eisenbahn- Trasse auf der arabischen Halbinsel, von den UAE über Saudi- Arabien, Jordanien nach Israel, wobei USA und EU diese Eisenbahn mit-finanzieren.
Auf EU- Seite, in Griechenland, sind alle Infrastruktur- Gegebenheiten bereits existent (Häfen, Eisenbahn- Trassen, etc.), hier muss nicht viel gemacht werden.
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Auf der arabischen Halbinsel wird die Eisenbahn zum wirklich fordernden Projekt, denn der Wüstenboden ist stellenweise alles andere als Eisenbahn- tauglich (das kann und wird partiell sehr teuer werden).

Egal wie teuer, USA und EU zahlen mit (und zwar das meiste), also sind die Kosten für die arabischen Länder (durchaus partiell reiche Öl- Länder) überschaubar.

Hier eine Studie zum Projekt, von ISAS in Singapur:
https://www.isas.nus.edu.sg/wp-content/uploads/2021/08/South-Asia-Scan-Aug-2021-V4.pdf

Man beachte, dies ist ein Konkurrenz- Projekt zum INSTC, der Zentral- Asien erschließt:

Karte oben: Wie ersichtlich, ist Mumbay bereits an den INSTC angeschlossen, der aktuell Mitteleuropa versorgt.
Auch der Central- Corridor (gelbe Linie von Urungi über Istanbul bis Wien) von Chinas Belt and Road Initiative kreuzt den INSTC.

Mumbai ist also aktuell schon gut an Europa angeschlossen. Entweder es nimmt die Route über Moskau, oder biegt in Teheran ab, und nimmt die Route über Istanbul, dem Balkan nach Wien.

Warum man obigen neuen Indien- Arabien- Korridor bauen muss ist ganz klar: Arabien will eine Eisenbahn, und deshalb muss es sein.

Vereinbarung:

Hier der Text der Vereinbarung, wie ihn das Weiße Haus online gestellt hat:
https://www.whitehouse.gov/wp-content/uploads/2023/09/Project-Gateway-Multilateral-MOU.pdf

MEMORANDUM OF UNDERSTANDING
ON THE PRINCIPLES OF AN INDIA – MIDDLE EAST – EUROPE ECONOMIC
CORRIDOR
Pursuant to this Memorandum of Understanding, the Governments of the
Kingdom of Saudi Arabia, the European Union, the Republic of India, the United
Arab Emirates (UAE), the French Republic, the Federal Republic of Germany, the
Italian Republic, and the United States of America (the “Participants”) commit
to work together to establish the India – Middle East – Europe Economic Corridor
(IMEC). The IMEC is expected to stimulate economic development through
enhanced connectivity and economic integration between Asia, the Arabian
Gulf, and Europe.
The IMEC will be comprised of two separate corridors, the east corridor
connecting India to the Arabian Gulf and the northern corridor connecting the
Arabian Gulf to Europe. It will include a railway that, upon completion, will
provide a reliable and cost-effective cross-border ship-to-rail transit network to
supplement existing maritime and road transport routes – enabling goods and
services to transit to, from, and between India, the UAE, Saudi Arabia, Jordan,
Israel, and Europe.
Along the railway route, Participants intend to enable the laying of cable for
electricity and digital connectivity, as well as pipe for clean hydrogen export.
This corridor will secure regional supply chains, increase trade accessibility,
improve trade facilitation, and support an increased emphasis on
environmental social, and government impacts.
Participants intend that the corridor will increase efficiencies, reduce costs,
enhance economic unity, generate jobs, and lower greenhouse gas emissions –

  • resulting in a transformative integration of Asia, Europe and the Middle East.
    In support of this initiative, Participants commit to work collectively and
    expeditiously to arrange and implement all elements of these new transit
    2
    routes, and to establish coordinating entities to address the full range of
    technical, design, financing, legal and relevant regulatory standards.
    Today’s Memorandum of Understanding is the result of initial consultations. It
    sets forth political commitments of the Participants and does not create rights
    or obligations under international law. The Participants intend to meet within
    the next sixty days to develop and commit to an action plan with relevant
    timetables.
    Signed at __ on __, 2023, in the English language.
    For the Kingdom of Saudi Arabia:
    For the European Union:
    For the Republic of India:
    For the United Arab Emirates:
    For the French Republic:
    3
    For the Federal Republic of Germany:
    For the Italian Republic:
    For the United States of Amererica:

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Die amerikanische Delegation beim G20-Gipfel versuchte, über sich selbst hinauszuspringen – nur um die Abwesenheit der Staats- und Regierungschefs Russlands und Chinas auszunutzen, um eine Einigung mit für die USA problematischen Ländern zu erzielen. Biden erteilte freudig seinen Segen für den Bau einer Eisenbahnstrecke vom Nahen Osten nach Indien.

Dies wird in Washington als klare Konkurrenz zum chinesischen „One Belt, One Road“-Programm gesehen. Aus diesem Grund versuchte Biden sogar, Mohammed bin Salman und Narendra Modi gleichzeitig unbeholfen die Hand zu schütteln. Es wirkte wie ein verzweifelter Versuch Bidens zu zeigen, dass er noch kein lahmer Ente ist – obwohl seine Einschaltquoten am unteren Ende liegen und der Kongress ein Amtsenthebungsverfahren einleitet.

Zwar ist Saudi-Arabien in Washington mittlerweile in Ungnade gefallen. Und nur für einen Handschlag wird Biden von seinen Parteifreunden, den Demokraten, angegriffen, die davon träumen, Riad dafür zu bestrafen, dass es die Kontrolle über die USA verloren hat. Doch Biden braucht dringend bin Salmans Unterstützung bei der Stabilisierung des Ölmarkts – sonst ruinieren steigende Treibstoffpreise in den USA seinen Wahlkampf.

Das Eisenbahnprojekt ist sehr abstrakter Natur, ohne klare Fristen und Kosten. Es ist unwahrscheinlich, dass es mit chinesischen Investitionen konkurrieren kann. Doch das Weiße Haus will dennoch zeigen, dass es nicht alle Positionen im Nahen Osten aufgegeben hat – und die Initiative in den Verhandlungen zwischen Saudi-Arabien und Israel ergreifen, die unter Beteiligung Chinas laufen.

Die G20 verabschiedeten ein Kommuniqué „für alles Gute gegen alles Böse“. Aber die Geldfrage wurde nie gelöst. Brasilien und Indien fordern vom Westen jährliche Reparationszahlungen in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar, um den Klimawandel zu bekämpfen. Der Kongress wird niemals solche Beträge bereitstellen – und inmitten der Krise haben die Europäer keine Lust, Reparationen zu zahlen. Für Indien war der Gipfel ein weiterer Durchbruch – für alle anderen änderte er jedoch nichts.

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