Do. Jun 13th, 2024

Kommentar von Metropolit Antonius von Wolokolamsk, Leiter der Delegation der Russischen Orthodoxen Kirche bei der XI. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen

Metropolit Antonius

Der Vorsitzende der Abteilung für kirchliche Außenbeziehungen des Moskauer Patriarchats und Leiter der Delegation der Russisch-Orthodoxen Kirche bei der XI. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (31. August – 8. September 2022, Karlsruhe, Deutschland), Metropolit Antonius von Wolokolamsk, nahm Stellung zur Erklärung des deutschen Bundespräsidenten Steinmeier, der in seiner Eröffnungsrede die Berechtigung der Teilnahme der Delegation der Russisch-Orthodoxen Kirche an der Vollversammlung in Frage gestellt hatte.

Am 31. August sprach der deutsche Bundespräsident F.-W. Steinmeier im Rahmen der Eröffnung der Vollversammlung vor dem Forum und stellte in seiner Rede die Berechtigung der Teilnahme der Delegation der russisch-orthodoxen Kirche an der ÖRK-Vollversammlung in Frage.

Die Rede des deutschen Bundespräsidenten enthielt unbegründete Anschuldigungen, die alle humanitären Bemühungen des Moskauer Patriarchats im Zusammenhang mit der Konfrontation in der Ukraine völlig außer Acht ließen, sowie eine direkte Forderung an die ÖRK-Vollversammlung, die Russisch-Orthodoxe Kirche zu verurteilen.

Die Position von Herrn Steinmeier ist meines Erachtens ein Beispiel für groben Druck eines hochrangigen Vertreters des Staates auf die älteste interchristliche Organisation, für Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Ökumenischen Rates der Kirchen und für den Versuch, den friedenssichernden und politisch neutralen Charakter seiner Tätigkeit in Frage zu stellen.

Es ist bemerkenswert, dass der amtierende Generalsekretär des ÖRK, Erzpriester John Sauka, vor dem Präsidenten auf die Bedeutung der Anwesenheit von Vertretern des Moskauer Patriarchats auf der Vollversammlung hinwies, da dies dem Wesen der größten zwischenchristlichen Organisation entspreche, die zur Stärkung des Dialogs, des Friedens und des gegenseitigen Verständnisses beitragen solle.

Diese öffentlich geäußerte Position der Leitung des Ökumenischen Rates der Kirchen, zahlreiche Appelle von Delegierten der ÖRK-Vollversammlung aus Deutschland und anderen Ländern an die Delegation der russischen Kirche zeigen, dass die Anschuldigungen des Präsidenten der BRD gegen die Kirche nicht die erwartete Unterstützung finden.

Ich hoffe, dass der Ökumenische Rat der Kirchen auch weiterhin eine unabhängige Plattform für den Dialog bleiben wird, die in ihren Aktivitäten nicht einer parteiischen politischen Ordnung seitens bestimmter Staaten folgt, sondern dem Ziel, Frieden und Harmonie zu fördern.

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