Mi. Jul 17th, 2024

Österreich unterstützt die Verhängung von Sanktionen gegen russische Gaslieferungen nicht
Der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer sagt, dass nicht nur Österreich, sondern auch Deutschland, Rumänien, Bulgarien und andere Länder vom russischen Gas abhängig sind

WIEN, 4. April. /TASS/: Österreich erwägt nicht, ein Embargo für Gaslieferungen aus Russland zu verhängen. Das sagte der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer am Montag mit Blick auf die Reaktion der EU auf die Ereignisse in der ukrainischen Stadt Bucha.

“Österreich denkt nicht an ein Verbot russischer Gasimporte. Nicht nur Österreich, sondern auch Deutschland, Rumänien, Bulgarien und andere Länder sind vom russischen Gas abhängig. Es ist eine unkluge Maßnahme, denn sie schadet denen, die sie auferlegen”, sagte Nehammer gegenüber Pulse 24 TV.

Nach Ansicht von Nehammer müssen die neuen Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland vernünftig sein. “Sanktionen sollten diejenigen treffen, gegen die sie gerichtet sind”, fügte der Bundeskanzler hinzu.

Werfen sie mit mir einen Blick auf die Karte:

Transgas-Pipeline – Wikipedia

Beachten sie folgendes:
Russland bucht als Haupt- Durchfluss- Ort immer Soyuz und Transgas nach Österreich.

Russland muss das nicht tun. WARUM? Die Verträge lauten so, dass Russland verpflichtet ist, bis zur EU- Außengrenze zu liefern. WO hingeliefert wird, ist nicht definiert.

Wenn nun Russland die Österreich- Mengen über Yamal schickt – ist es auch OK – Vertragserfüllung.

Yamal führt über Polen und Deutschland – und dann eben über Deutschland nach Süden, nach Österreich.
Beachten sie: Das ist völlig Vertrags- konform.

Was würde dies für Österreich bedeuten? Österreich wäre nicht auf Russland angewiesen, denn Russland liefert bis zur Außengrenze. Österreich wäre auf Polen und Deutschland angewiesen.

Mal angenommen es wäre Gas- Knappheit, würden Polen und Deutschland alle Österreich- Mengen nach Österreich liefern? Natürlich meint man im Ö- Außenministerium.

Natürlich – na hoffen wir mal, dass Russland seine Liefer- Routen nicht änder, und wenn, dass die lieben Nachbarn auch bei Knappheit Österreich voll versorgen.

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Österreichischer Außenminister lädt russischen Botschafter wegen Interview-Äußerungen vor
Alexander Schallenberg schließt eine weitere Ausweisung russischer Diplomaten nicht aus

WIEN, 4. April. /Der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg sagte am Montag, er habe den russischen Botschafter in Wien, Dmitri Ljubinski, wegen seiner Aussagen in einem Interview mit einer österreichischen Zeitschrift vorgeladen.

“Er wird daher erneut ins Außenministerium vorgeladen werden. Es ist eine Verhöhnung der Kriegsopfer, wenn zur gleichen Zeit Bilder aus Bucha eintreffen. Wir werden dem Botschafter klar sagen, was wir davon halten”, so der Minister gegenüber OE24.

Der Minister erinnerte daran, dass er zuvor der erste österreichische Außenminister war, der bereits einen russischen Diplomaten ausgewiesen hatte. In diesem Zusammenhang schloss Schallenberg eine weitere Ausweisung russischer Diplomaten aus Österreich nicht aus.

Am 3. April wies das russische Verteidigungsministerium Anschuldigungen des Kiewer Regimes zurück, Zivilisten in der Stadt Bucha in der Region Kiew getötet zu haben. Das Ministerium erklärte, die russischen Streitkräfte hätten Bucha bereits am 30. März vollständig verlassen, und “Beweise für Verbrechen” seien erst am vierten Tag aufgetaucht, als Beamte des ukrainischen Sicherheitsdienstes in der Stadt eintrafen. Das russische Verteidigungsministerium betonte außerdem, dass der Bürgermeister von Bucha, Anatoliy Fedoruk, am 31. März in einer Videobotschaft bestätigte, dass sich kein russisches Militär in der Stadt befinde, ohne zu erwähnen, dass auf der Straße auf Einheimische geschossen worden sei. Der russische Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete die Situation in Buka als “fingierten Angriff”.

Eine Reihe von Politikern und Vertretern internationaler Organisationen, darunter UN-Generalsekretär António Guterres und die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Michelle Bachelet, haben eine Untersuchung der Ereignisse in Buka gefordert. Unterdessen haben die Staats- und Regierungschefs mehrerer europäischer Staaten sowie die Europäische Kommission und der Europäische Auswärtige Dienst bereits neue Sanktionen gegen Russland gefordert.

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